
Backstein, Meerwind und Filmgeschichte: Wismar ist nicht nur UNESCO-Welterbe, sondern auch eine der ältesten Filmkulissen Deutschlands. Schon 1922 verwandelte Friedrich Wilhelm Murnau die Stadt in das düstere Wisborg seines Klassikers Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens. Jahrzehnte später kehrte Werner Herzog für sein Remake Nosferatu – Phantom der Nacht zurück und machte Wismar erneut zur Bühne für das Unheimliche. Zwischen Hafen, Kirchen und gotischen Giebeln zeigt sich die Stadt als filmisches Gesamtkunstwerk – eine Kulisse, die trotz ihrer Geschichte lebendig geblieben ist.
Zwischen Kräne, Kaimauern und Kopfsteinpflaster liegt der Alte Hafen – das maritime Herz Wismars und eine der bekanntesten Filmkulissen Norddeutschlands. Direkt am Hafen wacht das gotische Wassertor, das letzte erhaltene Stadttor Wismars, über die historische Silhouette.
Hier entstanden Szenen für Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) sowie für Werner Herzogs Neuverfilmung Nosferatu – Phantom der Nacht (1979). Das Tor markiert den Übergang von Stadt zur See – ein Motiv, das beide Filme symbolisch aufgreifen.
Die monumentale Backsteinkirche, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und erst in den 1990er Jahren wiederaufgebaut, diente mehrfach als stimmungsvolle Kulisse.
In Herzogs Nosferatu wurde das Kirchenschiff zum Schauplatz gespenstischer Szenen – die gotischen Bögen und das Licht, das durch die hohen Fenster fällt, erzeugen eine fast überirdische Atmosphäre. Heute wird St. Georgen als Kulturkirche genutzt, für Konzerte, Ausstellungen und gelegentlich für Dreharbeiten.
Abseits der großen Touristenpfade liegt die schlichte, aber eindrucksvolle Heiligen-Geist-Kirche – eine der ältesten Spitalkirchen Norddeutschlands.
Ihre klare Architektur und das warme Ziegelrot machten sie zum idealen Ort für ruhige, symbolträchtige Filmszenen. Auch hier wurden Teile von Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens gedreht. Die Kirche erzählt von Wismars mittelalterlicher Sozialgeschichte – und wird so zur stillen Statistin der Stadtgeschichte.
Mit seinen pastellfarbenen Bürgerhäusern, der Wasserkunst und dem gotischen Rathaus bildet der Wismarer Marktplatz das historische Zentrum der Stadt.
Für Filmproduktionen dient er immer wieder als lebendige Kulisse – besonders eindrucksvoll in Nosferatu (1979), als er sich in das fiktive Wisborg verwandelte. Kaum ein Ort zeigt deutlicher, wie Wismar zwischen Hansegeschichte und Filmmythos pendelt.
Von der einst größten Kirche der Stadt steht heute nur noch der gewaltige Turm – ein stilles Mahnmal und zugleich markantes Wahrzeichen.
Das Ruinenfeld rund um die St.-Marien-Kirche wurde ebenfalls für filmische Szenen genutzt, insbesondere in Projekten, die Wismars Vergangenheit atmosphärisch einfangen. Der Turm selbst bietet heute eine Aussichtsplattform mit Blick über die Dächer der Stadt – ein Ort, an dem sich Geschichte, Erinnerung und Film poetisch berühren.





